Lieder & Texte

 

Hallo, hier findest du eine Auswahl von aktuellen Liedern . Diese Songs sind in Eigenarbeit aufgenommen und entsprechen nicht den Versionen, die auf der CD produziert werden. Viel Spass beim Reinhören und Lesen! Für das Abspielen der mp3 Dateien benötigst du auf deinem Rechner einen Audioplayer!

 

Endstation Staufen                                                  WoGer 0517

 

Ich kam schon ziemlich spät am kleinen Bahnhof an.

Der Zug schlich langsam an einer Unfallstelle entlang.

Frontalzusammenstoß bei dem es Schwerverletzte gab.

Ich sah wie ein alter Mann verletzt vor seinem Auto lag.

Alles ging ganz schnell, dass ich es kaum zu fassen vermag,

ich drehte mich noch um und der Alte stieg hinab in sein Todesgrab

 

Refrain:

Endstation Staufen ein kleiner Ort im Süden der Republik,

wo einst die Rittersleut´ ihre Saufgelage pflegten

und die Mägde an den Tresen ihre Brüste offen legten,

Wo heute noch die alte Burgruine thront auf dem Stauf

Touristen an die Zeit erinnert als Johann Georg Faust

die Krankheit der Leute geheilt hat in der Stadt

und der hier in Staufen seine Endstation des Lebens gefunden hat.

 

Ich lief vom Bahnhof aus in die Innenstadt hinein

vorbei an alten Häusern mit Rissen im Gestein.

Es ist die Kraft aus der Tiefe, die auch dicke Mauern bricht

die in das Herz dieser alten Stadt und in deren Seelen sticht.

Ob der Teufel vor vielen hundert Jahren hier schon einmal war

als Mephisto mit Johann Georg Faust den Teufelspakt beschwor.

 

Endstation Staufen....

 

In einem schummrigen Vorzimmer eines kleinen Hotels vor Ort

sah ich am Empfang ein Schild: „Ich bin kurz fort“

Nach einer langen Weile kam eine alte Frau herbei

und fragte mich höflich, ob ich ein Reisender denn sei.

Haben sie ein Zimmer nur heute Nacht für mich?

Ich will morgen weiterreisen, bin müde und am Ende meiner Pflicht.

Sie führte mich aufs Zimmer 5 und sagte: hier starb unser Faust

ich hörte ihre Worte, doch der Schlaf war mir voraus.

Ich war einfach nur zu müde vom Leben ohne Rast

und träumte von dem alten Mann, der dort am Unfallort verstarb.

Und als ich am nächsten Morgen das Faust Portrait ansah

da glaubt ich einen Moment, dass dieser Ort vielleicht auch meine Endstation war

 

 

 

Ein neues Lied in Trouba Dur              Woger 0516

Guten Abend liebes Publikum, Sie kennen mich wohl kaum?

Darf ich vorstellen, ich bin ein Troubadur

in meinem allerschönsten Traum.

Darf ich vorstellen, ich bin ein Troubadur

in meinem allerschönsten Traum.

 

Ich bin ein Songpoet, ein Liedermacher, ein Schönsinger und Widersacher.

Ich bin ein Reimwerker und Liedergeier und manchmal auch ein Refrainrausschreier

Ich beherrsche die deutsche Sprache gut und reim´ aus meinem Bauch die Wut

Ich reime manchmal tagelang. Wenn ich reime und träume und singen kann,

ja dann geht es mir gut. Dann geht es mir wirklich gut.

 

Refrain: Ja ich wär´ so gern ein Troubadur,

der der Welt groß imponiert

Ich plane an meiner Liedertour,

jeder Auftritt vor meinem Publikum

Ist wie ein neues Lied in Dur,

ist wie ein neu es Lied in Trouba-Dur!

 

Ich bin Idealist und Gitarrist und ich wenn ich singe bin ich gern auch mal Pianist

Über Kinder, über Politik und Not und darüber, wie die Zeit in meinem Leben schnell verflog.

Ich bin Notenhasser und Impro Künstler, bin Akkorde Schreiner, Melodien Austüftler.

Ich spotte gerne über das, was mich nun mal stört.

Ja wenn ich dichten und richten und spotten kann

und mir dann niemand zuhört, find ich das unerhört.

Und mir dann niemand zuhört bin ich beleidigt und empört! Jawoll

 

Refrain 2x: Ja ich wär´ so gern ein Troubadur,

der der Welt groß imponiert

Ich plane an meiner Liedertour,

jeder Auftritt vor meinem Publikum

Ist wie ein neues Lied in Dur,

ist wie ein neu - es Lied in Trouba-Dur! 

 

Total gerechte Welt                                    WoGer 0716

Wir stehl´n uns wie zwei Gauner durch die helle Nacht

und wünschen uns ganz fest , dass keiner von uns beiden je

aus seinem Traum erwacht.

Wir laufen Hand in Hand und total verliebt

durch das Grossstadtlichterfest und jeder von uns beiden hat sich

ganz fest ein Ziel gesetzt.

Wir werden uns immer wärmen wenn das Eis vor Kälte sticht,

weil es frieren nur die Hände, aber Herzen frieren nicht.

 

 

Ja wir nehmen uns ganz fest vor, dass der Mut uns nie verlässt!

Dass der Glaube nur daran Riesenberge versetzt.

Wir wollen uns umschau´n nach einer total gerechten Welt,

in der bei dem, der dem Schwachen hilft, nur die Courage zählt!

 

 

Wir sind zwei Schwärmer und sind ärmer als ein armes Schwein

doch wenn wir sehen, wie einer klaut, dann greifen wir ein. Devise heißt

ich misch mich ein!

Wir sind friedlich wie zwei Tauben auf dem Friedensdach

doch wenn zwei sich schlagen, gehen wir hin und rufen laut und

engagiert: Hört damit auf!!!!

Wir schauen hin und holen Hilfe in der leeren Strassenbahn,

da wo ein schwarzer Mann sich vor Neonazis bangt.

 

Ja wir nehmen uns ganz fest vor....

 

Wir sind nicht naiv und glauben, dass wir Helden sind,

die alle Schwachen retten und fliegen können auch gegen den Wind.

Nein, wir sind nicht blind.

Doch was zählt ist der Mut gegen Unmenschlichkeit

dass wir hinschauen und nicht wegschauen aus Angst vor der Feigheit

und aus Bequemlichkeit.

Dass ist unser grosses Ziel, was unsere Liebe zusammenhält

damit sie nicht aus Feigheit wie ein Kartenhaus zerfällt

 

Ja wir nehmen uns ganz fest vor....

 

Istanbul´s Glanz                                             WoGer 11/16

An einem lauen Sommerabend in der City von Istanbul

Du hast die Tüten vollgepackt mit Klamotten, alles echt cool!

Hosen und Hemden von Zara und Mango, nicht billig, aber ist ja egal.

Und jetzt suchst du dir gemütlich ein kleines türkisches Schlemmerlokal

und du schaust in die Lichter und Zierden von Istanbul´s Glanz

und bist geblendet von der Schönheit, von der Schönheit des Orients.

Und du riechst die Düfte aus den Quellen von Istanbul´s Glanz

doch ist da auch der Geruch von verschwitzten Händen,

von Kinderhänden, die du nicht riechen kannst.

 

Zwischen Cafes und türkischen Bistros in der City von Istanbul

führen dunkle Gassen in die Unterstadt bis hin zum Haus vom alten Abdul.

Der alte Mann hat im Keller ein großes Gewölbe beleuchtet mit Neonlicht,

dort nähen syrische Flüchtlingskinder an Maschinen in 12-Stunden Schicht.

Deren kleine Hände sind zerstochen und rot für nur 6 einhalb Dollar pro Tag

Und der alte Abdul kassiert dafür und der Richter winkt gelangweilt ab.

Nein er liefert die Ware für die Konzerne dort oben für Istanbuls Glanz

Und da ist auch der Geruch von verschwitzten Händen

von Kinderhänden, die du nicht riechen kannst.

 

Der kleine Amal kam aus Aleppo mit seinem Vater bis Istanbul

Sie brauchten dringend Geld für die Weiterreise und trafen den alten Abdul.

Nur ungern ließ Vater ihn gehen, doch Abdul sagte: Nur Tochter sonst nicht.

Und so ging Amal tapfer und stolz und sein Vater weinte ganz bitterlich.

Er holte Amal spät in der Nacht und fremde Männer gaben ihm Geld

Und als er die wenigen Dollar zählte, war es Hass, Hass auf diese Welt.

Und sie liefen zum Zeltager vor den Toren weit weg von Istanbuls Glanz

Und da ist er der Geruch von verschwitzten Händen

Von Kinderhänden, die du dort riechen kannst. 

 

 

 

 

Noch so weit weg!                                                 WoGer 0217

Ich steig´ in den Zug nach Nirgendwo. Die Fahrt dauert unzählige Stunden!

Laß´ mich nieder im Abteil Nummer „432“ , schlaf ein und fang an tief zu träumen.

Ich sitz´ immer noch frierend im Zug. In meinem Kopf fallen Seelenbomben.

Und eine davon fällt in mein Abteil. Ich seh´ Soldaten den Schutt wegräumen.

Sie kratzen die Hoffnung, die Sehnsucht nach Frieden, lieblos von den Wänden.

Sie halten den Mut der Verzweiflung, gleichgültig in ihren Händen.

Ich sehe sie laufen, in Reihen gedrängt, hinein in die Katakomben

einer großen Kathedrale, von Weihrauch gesprengt, mit Gläubigen an den Wänden.

 

Refrain:

Ich bin noch so, so weit weg von dir. Ich seh´ mich als weiße Taube fliegen am Horizont.

Ich bin noch so, so weit weg von dir.

Noch so weit bis Friedenstadt, weit hinter der Front.

Noch so weit bis Friedenstadt, weit hinter der Front.

 

Der Zug rast vorbei an zerstörten Welten und an sterbenden Menschen im Schutt

Der Himmel ist rot und bedeckt mit Schleiern, es riecht nach Zerstörung und Tod.

Am Horizont aller vier Himmelsrichtungen regiert das Geld und die Macht.

Dahinter stehen, in Startlöchern wartend, vier Friedenskämpfer auf dem Weg nach Friedenstadt.

Doch warten sie vergeblich auf die Einsicht der Menschen, daß Frieden nur herrschen kann,

wenn statt Macht und Gewalt und Waffenhandel das Gute das Böse verbannt.

Die Kämpfer des Friedens lesen zugleich aus der Bibel und aus dem Koran.

Sie halten sich fest an ihren Händen, das niemand den anderen verlieren kann . 

 

 

 

 

Hin zum Licht                  WoGer 01/2017

Am Anfang schaut das menschliche Auge

von oben herab auf ein schwarzes Loch.

Es ist die unendliche Tiefe des Universums,

aus der einst ein kleines Samenkorn kroch.

Es kämpfte sich mühsam und lautlos

aus dem schwarzen Sumpf bis hin zum Licht.

Braune Nebelschwaden, von Unkraut erzeugt und wie Stiefel geformt ,

nehmen dem Keimling die Sicht.

Doch wie ein Wunder hat der kleine Kämpfer

den ersten Sonnenstrahl mit letzter Kraft erreicht.

Und seine zarten und noch gebrechlichen Wurzelstränge

machen sich schnell in seiner warmen Erde breit.

Er war erleichtert und verwundert zugleich

Was er dort oben sah.

Die Welt unter einem blauen Himmel, von Farben geprägt, von der Natur geformt,

war einzigartig schön und sonnenklar.

 

 

Refrain: Doppeltes Tempo...

Hin zum Licht, zu der Wärme in unserem Sonnengarten

Hin zum Licht, in ein Meer von Hoffnung und guten Taten.

Sich mehren im Wachstum, stark werden in Vielfalt,

sich wohl fühlen im Schutze von Stärke und Zusammenhalt.

Hin zum Licht, wo aus dem Keimling eine schöne Blume geworden ist.

 

Melodie Refrain....

 

So wie der kleine Keimling am Ende doch sein Ziel erreicht

sich durchsetzt und behauptet gegen Unrecht und Ungerechtigkeit

Ist das Schicksal oder Logik? Ist das auch bei uns Menschen wahr?

Die Welt unter einem blauen Himmel, von Farben geprägt, von der Natur geformt,

ist einzigartig schön und sonnenklar!

Hin zum Licht, zu der Wärme in unserem Sonnengarten....

 

Hey, was machst du?                             WoGer 02/16

Auch wenn du in dir eine Riesenwut verspürst,

wenn dir dein Konto jeden Tag den Magen enger schnürt,

weil Hartz IV an allen Ecken nicht mehr reicht,

weil ohne Preiserhöhung kein Tag mehr verstreicht.

Auch wenn du dir deine Rente hart verdient hast,

und der Staat sie dir auf´s Mindeste gekürzt hat,

wenn die Steuern uns alle immer härter treffen

und zuviele unserer Kinder alte Hosen tragen müssen.

Auch wenn tausende von Menschen zu uns flüchten

und Spekulanten um ihre Immobilien fürchten,

dann läuft bei uns im Sozialstaat etwas schief,

was irgendwann vor langer Zeit mal besser lief.

 

Jetzt ist´s vorbei, aus und vorbei

deine Geduld ist am Ende und ich höre deinen Schrei.

Doch denk mal nach, wer an allem trägt die Schuld,

doch nicht die Fliehenden vor Krieg und Bombenpulk

Laß dir von Leuten, von den ewig gest´rigen Meuten,

mit dem Lügengeschrei nicht die Unwahrheit vorgaukeln

und hör auf, dem Braunbär hinterher zu rennen.

Der marschierte 33 schon einmal auf den Abgrund zu!

 

Naja den Etablierten von den Grossparteien

kannst du schon lang nicht mehr die Fehltritte verzeihen.

Jedes Gesetz dient eher dem gross verdientem Geld.

Der, der investiert und absahnt, ist der Held.

Und wenn der Staat die Subvention nicht mehr teilt,

droht der Betrieb mit Entlassung und Kurzarbeit.

Und schon stehst du mit der Nummer in der Hand

beim Jobcenter und starrst auf eine endlos öde Wand.

Ja im Osten ist es dann noch viel viel schlimmer,

Da gibt es viel zu viel Verlierer statt Gewinner.

Da schlagen rechte Hasser und auch die Rassisten

gleich in die Fresse jedes Ausländers und Anarchisten

 

Und dann kamen auch noch Islamisten Bombenleger, Gotteskrieger, Terroristen.

Für dich war die Sache bombenklar, dass jeder Ausländer mit Bart ein Mörder war.

Pegida war für dich die neue gute Welt,

die mit dummen Sprüche deine Illusionen aufrecht hält.

Du hattest Wut auf die Scheisse hier im Land

auf die Lügenpresse die nur dich als Schuldigen benennt.

Zu den Parolen deiner Freunde, die AFD´ler rufst du laut: jawoll ich bin euer Wähler.

Jetzt wischen wir den Grossmäulern eins aus.

Und schreien laut: wir sind das Volk, Ausländer raus!

 

.meine Geduld ist am Ende und jetzt höre meinen Schrei....

 

 

 

 

Frühlingskind                               Text/Melodie: WoGer 2016

Der Frühling kommt nun an,

ja er war schon lange nicht mehr hier.

Der Frühling ist spät dran,

doch jetzt seh´ ich ihn, wohin ich auch spazier.

Ich spür´ Sonnenstrahlen auf meiner Haut

und seh´ erste Pollen fliegen durch die Luft.

Ich hab´ aus Nachbar´s Garten Blum´n geklaut

und deren Blüten zerstreuen zarten Duft.

Jetzt steh´ ich hier im lauen Frühlingswind

Und atme diesen Frühlingsduft tief ein.

Ja, ich geb´ es zu, ich bin ein Frühlingskind

und will auch kein andres Jahreszeitkind sein! Wdh: Ja, ich geb´ es …

 

Der Frühling ist nun da,

nicht die Not, nein nur das Frühlingswachen zählt.

Die Luft um mich herum ist viel zu klar,

ich schließ´ die Augen vor dem Übel dieser Welt.

Ich liebe jeden Frühlingssonnenspass

bei dem Flucht und jedes Unrecht schnell verblasst.

Der Frühling deckt die Blutspur zu mit Gras,

denn der März war erfüllt von Wut und Hass.

Und jetzt steh´ ich hier im lauen Frühlingswind

und atme meinen Frühlingsduft tief ein.

Ich geb´ es zu, ich bin ein Frühlingskind

und will auch kein andres Jahreszeitkind sein!

 

 

 

 

Und dann kam der Tag für Atiya WoGer Dez 15

Atiya arab Name=Geschenk 

Da wo ich lebe, da ist meine Welt, da in meiner Welt, dort ist mein Leben.

Da hab ich Menschen, die mich lieben und mich mit Fürsorge umgeben.

Menschen, die mir zeigen, wie ich mich in meiner Welt ganz frei bewegen kann.

Menschen, denen ich vertrau´ und dir mir Respekt und Liebe abverlang´n.

Da wo ich lebte, das war meine Welt,  das war mein Leben von gestern.

Da waren alle die, die ich liebte: meine Eltern, meine Brüder und Schwestern.

 

Und dann kam der Tag, da musste ich gehen.

Musste raus aus meiner Welt, von einem fremden Land ins andere zieh´n.

Durch die Wüste, über das Meer in einem kleinem Boot mit Vater flieh´n.

Und landete durchnässt, zitternd und die Angst vor dem Tod noch in meinem kleinen Kopf

an einer Grenze, wo Fremde nicht wussten: Wohin mit dem Geschöpf?

 

Ich träume oft von unserem Haus am Rande der Stadt am Berg gelegen.

Von all meinen Freunden, wie wir nach der Schule die Ziegen und den alten Esel pflegen.

Es donnerte oft in den Bergen laut und dumpf bis tief hinein in unsere Stadt.

Unsere Väter riefen laut nach uns und erzählten ernst: ein Gewitter kommt sicher schon bald.

Und am Abend saßen unsere Eltern noch lang´ wach vor unserem Haus.

Da lauschten wir heimlich und bekamen das Geheimnis vom Donner dann doch noch heraus.

 

Und dann kam der Tag....

 

Heute liege ich nachts wach in einem Zelt, von Großstadtlärm umgeben.

Am Tag sitze ich mit Vater geduldig, hoff´ daß sie uns ein warmes Zimmer geben.

Jeden Tag zittern, ob sie uns nach Hause schicken, genau das wünsch´ ich mir so sehr.

Doch solange bei uns zu Hause böse Bomben ticken, kommen immer mehr Landsleute her.

Und hoffen so wie ich, hier Frieden zu finden und Schutz und Sicherheit.

Doch manchmal spür ich bei all den fremden Menschen, machen Wut und Ängste sich breit.

 

Und dann ist es Zeit, da sollte ich gehen

weit weg von meiner Welt, von einem fremden Land ins andere ziehen

Durch die Wüste, übers Meer in einem kleinen Boot mit Vater fliehen.

Und lande durchnässt, zitternd und die Angst vor dem Tod noch in meinem kleinen Kopf

an einer anderen Grenze, wo Fremde wieder nicht wissen: Wohin mit dem Geschöpf?

 

 

 

 

Legende vom Ritter aus Staufen WoGer 11/15

Berthold von Zähringen bekam einen Brief,

in dem man ihn zur Reichsversammlung berief.

Die Pflicht rief ihn zum Tagesgeschäft

und er befahl gleich Begleitern und seinem Knecht

die Koffer zu packen und mit ihm zu gehen,

nach Frankfurt am Main, so ist es geschehen.

Sein treuester Dienstmann der Otto von Staufen,

der sollt´ für die Reise noch manch´ Dinge besorgen.

Soviel Gepäck doch nicht genug Pferd,

das lockte den Ritter ins Kloster Trudbert.

Er kam von den Mönchen zurück mit zwei Pferden

und hörte sie fluchen: Als Dieb wirst du sterben!

Mmmmmmhhhh.... la la la la la....

 

Berthold lobte Otto vor dem Gefolge ungeniert,

weil sein Ritter hat die Reise perfekt organisiert.

Gepäck und Begleiter, Kutscher und Herr

erreichten ihr Ziel in der Stadt unversehrt.

Und in der ersten Nacht zu Frankfurt am Main

träumte Ritter Otto einen furchtbaren Traum.

Die Mönche vom Kloster beteten um Rache

und fluchten und fauchten dabei wie ein Drache.

So wachte der Ritter Schweiß durchnässt auf

und ab da nahm das Schicksal für ihn seinen Lauf.

Wenn er hätt´ gewußt, was die Rückfahrt ihm beschert,

hätte er sich nie wieder gesetzt auf sein Pferd.

 

Mmmmmmhh

Nach einigen Tagen in Frankfurt am Main,

traten Herr und Gefolge endlich den Rückweg an.

Es war Winter geworden und gefroren das Eis,

ein Fluss lag vor ihnen, der Schnee wehte leis.

Mutig zum Schutze von Gefolge und Herr

ritt Otto zu Ross auf den Fluss hin und her.

Um zu prüfen, ob das Eis die Kutsche auch hält

krachte das Pferd samt seinem Rittersheld

ins eiskalte Wasser, wo Otto zwar nicht ertrank,

aber sich schwer verletzt in einer Hütte wiederfand.

Er keuchte und stöhnte, sein Atem ging schwer.

Und am Abend, da lebte der Rittersmann nicht mehr.

So kam es, dass die Strafe von Gott den Dieb überfiel

was den Mönchen vom Kloster St. Trudbert gefiel.

Unwissend dessen, was vor der Reise ward geschehn,

Hat Berthold den Mönchen zwei Rosse als Geschenk verliehen.

 

 

(Nach einer Vorlage aus dem "Badischen Sagenbuch" I, Arthur Schnezler, 1846)

 

Hier im Markgräflerland WoGer 11/15

 

 

Heute Abend hier im Markgräflerland,

da sing´ ich meine Lieder, die bisher kaum jemand kennt.

Ich sing´ sie für Euch mit der Gitarre in der Hand,

Geschichten über Leute hier im Markgräflerland.

Ich sing´ sie für Euch mit der Gitarre in der Hand,

Geschichten über Dinge hier im Markgräflerland.

 

Ich sage Euch nichts Neues, dass der Wein hier sehr gut schmeckt

und der Spargel seine Spitzen in die Sonne hoch rausstreckt.

Dass ein Windrad auf dem Blauen hier niemand´ stören würd´

und die Bahn mit hohen Lärmschutzwänden Fahrgäste verliert.

Und das Kernkraftwerk im Nachbarland

will kein Mensch mehr hier im Markgräflerland.

Wir brennen guten Schnaps und ernten Spitzenwein,

wir machen leck´ren Saft und sind im Fasnachtsverein.

Wir sind trinkfest und gläubig und meistens gut gelaunt,

dass ein „Touri“ aus dem Norden sogar darüber staunt.

 

Heute Abend hier im Markgräflerland.....

 

Am Samstagmittag fahren wir von Müllheim Bahnof aus

ins Stadion zum SC und schreien uns die Kehle raus.

Zum Bad´ner Lied schunkeln wir uns alle schwindelig

und trinken dazu Ganter bis uns übel wird.

Auf dem Rückweg in der überfüllten Strassenbahn

rück´ ma alle fescht ´zamme, weil mir g´wonne ha´m.

Wir haben die beste Sonne im ganzen deutschen Land

wo manch Dichter seine allerbesten Verse fand.

Auch manch Maler, der den Pinsel über weiche Hügel schwang

fühlte sich hier kreativ im Markgräflerland.

 

Am …..abend hier im Markgräflerland....

 

Wir radeln durch die Reben und wandern in Kandern,

wir treiben in den Thermen, von einer Düse zu andren.

Wir kehren lecker ein, bei Rotwildspätzle Rahm

und trinken Weißweinschorle, wenn´s uns drinnen wird zu heiß.

Und am nächsten Morgen erwarten wir gespannt

nach dem Frühstück die Weinprobe hier im Markgräflerland

Wir sitzen in der Strausse und bestellen Schäufele

und führen unseren Hund aus für sein kleines Häufele

Wir fahren nach Bad Krozingen, wenn das Herz mal Schmerzen hat,

weil Krozingen ein Herz für alle Herzkranken hat.

 

 

 

 

 

Mond über Tunsel                               WoGer

 

Der Mond über Tunsel scheint leuchtend und hell

auf den Kirchturm im Dorf strahlt er klar in pastell

und wirft seine Schatten auf jedes Haus dort am Ort,

wenn die Nacht vor dem Morgengraun flieht, 

sind die Schatten dann fort.

 

Da wo heute die Pfarrkirche Sankt Michael steht

bauten Mönche von St. Trudbert mit Schweiß und viel Müh´

eine Kirche im Barockstil gemäß ihrer Zeit

wo der Gottesmann August Violand lange Zeit weilt.

Die Herren von Tonsul bauten mitten in die Reben

eine Höhenburg, nur von Weinstöcken umgeben.

Doch schon bald fiel Burg Tunsel in den Besitz

des Klosters St. Tudbert, was gleich seine Flagge drauf hisst.

 

La la la la...

 

Im Tunseler Pfarrhaus lagerte dunkel und kühl

der Wein dessen Trauben man die Heiligkeit verlieh

Bei den Mönchen von St. Trudbert war er auch sehr beliebt

weil Gott ihnen den heiligen Suff gern vergibt.

Wenn die Mönche mit ihren Karren kamen in Scharen

wollt sich so mancher von ihnen den Rückweg gerne ersparen.

Im Wirtshaus von Tunsel wurde der Wein lang erprobt

da hat am Morgen danach so mancher Mönch Enthaltsamkeit gelobt.

 

La la la la

 

Und heut liegt das Dorf hier im schönen Markgräflerland

dort wo einst unter Mönchen manch Saufgelage stattfand

geben Feuerwehrhock und auch das Oktoberfest

heut so manchen Alten  und Zugezogenen  den Rest.

Aber in Tunsel ist es wie in jedem Ort auf dieser Welt

wo im Herbst das Blatt vom Baum, und nicht vom Himmel fällt

Die Eigenheime mit Carport und Terasse im Grün

als Rückzugsort um den Arbeitsstress zu entfliehn.

 

Der Mond über Tunsel....

 

Die Anderen                                                  WoGer 01/2015

Hey Nachbar, läuft es in Deinem Leben nicht so, wie du es gern willst?

Gibt es Dinge in deinem Leben, bei denen du das Ziel verfehlst?

Dann scheint es leichter andere zu suchen,

die zur Verantwortung zu ziehen,

für dein eigenes Versagen und vor der eigenen Wahrheit zu fliehen.

Es sind die anderen Kulturen und Religionen, die du angreifst.

Es sind die fremden Menschen, deren Essen du speist

und in deren Ländern du in´ Urlaub gern verreist.

 

Refrain:

Laßt uns bloß nicht schon wieder

so tun, als sei nichts gewesen.

In diesem und in früheren Leben

haben wir doch so viel erlebt.

Laßt uns bloß nicht schon wieder

hören auf die hetzenden Worte

Einer ewig gestrigen Horde,

die stets die Schuld auf andere schieben will.

 

Hey Nachbar, wenn du es nicht glauben willst,

dann frag mal bei den Alten nach.

Deine Eltern und auch Großeltern schämen sich noch Jahre danach.

Da galten Juden und Kommunisten als das große Übel dieser Welt.

Heute schreist du gegen Islamisten und fühlst dich als neuer Held.

Als Patriarch und europäisch! Man, wer wohl so einen Quatsch erzählt?

Der ist wieder in die Falle getreten

und hat jetzt auch noch die AFD gewählt.

 

 

Laßt uns bloß nicht schon wieder….

 

 

 

 

Die Zeit ist ein garstig´ Ding

Die Zeit ist ein garstig´ Ding, was viel zu schnell vergeht

umso öfter dir das Leben einen Strich durch die Rechnung zieht.

Du glaubst, es ist Frühling, dabei ist der Sommer grad´
zu Ende und du hast die Zeit verpasst.
Haben eben noch die Amseln auf den Dächern laut gesung´n,
sind die Kinder in den Strassen vor Freude in die Luft gesprung´n,
ist der letzte Schnee von gestern grade eben noch gelegen,
fallen nun schon wieder Blätter auf Gehwegen.
Du erinnerst dich noch ganz genau, du warst 10 Jahr alt,
da hast du sonntags den Cowboyhut bei Bonanza aufgesetzt.
Heute sitzt dein Sohn den halben Tag mit dem I-phone in der Hand
und chattet einsam durch das World Wide Web.

Die Zeit verändert die Welt so rasend schnell

wie das Chamälion in der Großstadt seine Farbe ständig ändern will.

Was gestern noch als Wunder der Technik ward gesehn,
bringt die Erde heut´ zum untergeh´n.
Unsere Kinder wachsen im Dickicht des Technikdschungels auf
und können ihren Durst nach Neugier kaum noch stillen.
Willst du cool sein, springst du schleunigst auf den neuesten Trendzug auf
sonst bist du ganz schnell out und nicht mehr in.

Wer weiß, was die Zeit, während ich das Lied euch sing,
in euren Köpfen schon verändert hat?
Ja ja die Zeit ist ein garstig´ Ding, was viel zu schnell vergeht
und dieses Lied zu schnell vergessen macht.

 

Hinterm Kirchturm
Jeden Tag schau ich aus meinem Fenster heraus, 

schau auf Bäume, auf Sträucher und auf die Wiese vor meinem Haus.
Weiter weg seh´ ich den Kirchturm stolz im Dorfe steh´n,
dahinter, wie ein Teppich, sind die Reben weit zu seh´n.
Die Kastanie erblüht nach den ersten Sonnenstrahl´n,
die Lust überkommt mich, mit dem Fahrrad los zu fahr´n.
Durch ein Blütenmeer hindurch seh´ ich jeden Obstbaum,
aus dessen Früchten die Bauern dann „e guedes Schnäpsle“ brau´n.

Refrain:          
Ach wie ich dich geniesse du schönes Markgräflerand.
Die „Toscana von Deutschland“ wirst du überall genannt.
Wo ich immer wieder neues, interessantes an dir find´.
Wünscht ich mir, ich hätt´ dich schon erlebt als kleines Kind!

Hinter´m Kirchturm ragt protzig ein großer Berg heraus.
Ich seh den Turm auf dem Blauen, Cafe mit Ausblick und Kuchenschmaus.
Gleich daneben seh ich im Frühjahr mit Schnee noch weiß bedeckt
Den kahlen Belchen, der sein Haupt oft in Wolken versteckt.
Wenn ich sonntags in der Sonne auf der Rebbank verweil´,
seh ich ins Rheintal bis ins Elsass, den Grand Ballon wie einen Keil.
Davor fließt der Rhein wie eine Schlange durch das Land,
wo einst nach der Eiszeit das Land im Meer verschwand.

Refrain:          Ach wie ich dich geniesse ….

Der Weinbau hat hier im Ländle eine lange Tradition,
Bereits die Römer brachten Reben mit und versuchten sich daran schon.
Später kamen Zähringer Herren und die Staufer an die Macht.
In Neuenburg am Rhein zahlten Überquerer teure Pacht.
Die Bauern verloren den Krieg gegen die Markgrafenschaft.
Der Markgraf hat die Menschen zu Protestanten gemacht.
Dann fiel das Land dem Großherzogtum Baden in die Hand.
Ach, was hast du alles durchlitten du schönes Markgräflerland?

Refrain:          Ach wie ich dich geniesse…

20.März 2011
Wenn ich heute vom Weinberg aus ins Rheintal runterschau´,
seh´ ich deutlich eine Kuppel von einem unschönem Bau,
das Kernkraftwerk Fessenheim strahlt in der Sonne vor sich hin
und die Menschen in der Region fragen: was macht das für einen Sinn?
Wenn irgendwann einmal der Rheingraben fängt wild an zu beben,
werden tausende von Menschen in Strahlengefahr schweben!
Deswegen zogen 10.000  Leut´ heut´ in Scharen über den Rhein
und riefen in der Menge zu Fessenheim ein lautes „Nein“!

Refrain:          Ach wie ich dich geniesse…

 

Geh Deinen Weg

Geh Deinen Weg! Geh deinen Weg!
Geh dahin, wo es dir gut geht, geh deinen Weg!
Lauf nicht in fremden Bahnen,lass dich nicht verplanen!
Es gibt immer Menschen, die sehen, 
die Dich nicht übergeh´n und rufen: „Geh Deinen Weg“!

Kleine Kinder ungeformt in der Schulklasse nicht beliebt.
Diese Kinder leiden jeden Tag, von den Eltern nicht geliebt.
Schläge, Tritte, Rumgeschupse, Worte der Erniedrigung,
ist das der Weg, den sie gehen wollen?
Ist das der Weg, den sie sich erträumen?

Schüler in der Klasse sind manchmal dick und riechen schlecht.
Werden täglich ausgelacht, dort herrscht Unrecht gegen Recht
Schläge unter die Gürtellinie jeden Tag auf dem Abstellgleis.
Das macht Ihnen oft das Leben zur Hölle, das Leben wird hart und kalt wie Eis! Geh Deinen Weg…

Arbeitslose Frauen und Männer auf dem Gang in die Niedertracht.
Haben nur die falsche Nummer gezogen, fallen in einen tiefen Schacht
Warten auf den Arbeitsplatz, der ihren Kindern Nahrung verschafft
Ist das der Weg, den sie gehen  wolln?
Ist das der Weg, den sie sich erträumen?

Alkohol bei Tag und Nacht um die Leere zu ertragen,
sich schämen für den scheiss Alltag, den die Ämter immer wieder erfragen.
Reality Fernsehen RTL und Bildreporter kommen schnell.
Drehen Deinen Schicksalsfilm, zeig ihnen doch, wo du nicht hin willst! Geh Deinen Weg…

Alte Frau am Krückstock, alter Mann im Schaukelstuhl,
die Ärzte verschreiben euch die Pillen, nicht nur aus Mitgefühl.
Schmerzen, Leiden, Einsamkeit. Wann kommt der Tod, der mich befreit?
Liebe, Nähe, Sinnstiftung ist was alte Leut am Leben erhält.

 

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